Zielsetzung im Büro – Wofür arbeitest du?

Ziele kennt mittlerweile jeder, aber ob man sie braucht steht auf einem anderen Blatt. Deshalb möchte ich dir mit diesem Beitrag helfen zu verstehen, wofür du Zielsetzung im Büro brauchen kannst.

Setze dir klare Ziele, kreiere Zwischenschritte und dann arbeite es konsequent ab. Das ist ein Verfahren, dass Motivationstrainer und Speaker von Tag bis Nacht predigen (Ja, auch ich bin grundsätzlich Verfechter von Zielen). So weit so gut, aber brauche ich das wirklich? Ich arbeite doch als Angestellter und werde kaum gefordert – Was soll es mir bringen ein dämliches Ziel zu setzen?

Die Antwort ist einfach, dann aber wieder sehr umfangreich. Ein Ziel hat viele Wirkungen, die wichtigste davon ist jedoch das Vorbeugen von Ziellosigkeit. Wie bitte? Ich soll mir Ziele setzen, damit ich verhindere, dass ich keine habe?

Ganz genau. Vielleicht ist dir schonmal aufgefallen, dass an manchen Tagen einfach keine Lust hast aufzustehen oder dich einfach nicht für eine bestimmte Aufgabe motivieren kannst. Das liegt daran, dass du den Sinn hinter dem Ganzen nicht erkennst. Du bist ziellos. gerade bei Jugendlichen gibt es eine Phase (meistens unmittelbar vor und nach dem Abschluss), in der sie komplett ziellos sind und nicht wissen, was sie mit ihrem Leben anfangen sollen und wo die Reise hingehen soll. Durch das Fehlen einer Richtung oder eines Zieles werden sie dann oft chronisch bocklos und mies gelaunt – Kennst du, oder?

An dieser Stelle möchte ich mich nun kurz von den Wörtern “Ziel” und “Vision” verabschieden. Angestellte rennen bei diesen Worten oft so schnelle es geht davon, weil sie – zugegebenermaßen zurecht – den Sinn hinter diesen Sachen nicht verstehen. Wie auch, wenn die Führungskraft sie die Macht nicht vorher spüren lässt? Was meine ich damit? Ich denke man muss die Macht eines gemeinsamen Zieles spüren, bevor man sie akzeptieren kann. Du kennst das vielleicht, wenn du einen Teamsport ausübst. Niemand sagt es, aber alle Teammitglieder ziehen am gleichen Strang. Ihr habt das Ziel – den Sieg – vor Augen.

Und genau das solltest du gemeinsam mit deiner Abteilung finden. Ihr braucht ein Wofür, etwas für das es sich zu arbeiten lohnt. Leider wird diese Tatsache oft unterschätzt. Und wenn dann doch eine Führungskraft die Macht erkennt, setzt sie ein Abteilungs-Meeting mit dem Titel “Gemeinsame Zielfindung” an, auf das dann keiner Lust hat …

Also nochmal: Ziele oder insbesondere ein gemeinsames Wofür sind extrem hilfreich. Für dich als Individuum weißt du genau, worin die Bedeutung deiner Arbeit steckt, du erkennst die Werte, die dahinter stehen und du hast eine Art Wegweiser für den Büroalltag. Du brauchst dich nicht mehr zu motivieren, weil du dich einer höheren Aufgabe verpflichtet hast. Und solltest das gemeinsame Ziel nicht zu dir passen, weißt du ganz genau nach was für einem Berufswechsel du dich umschauen musst. Ein Ziel ist sozusagen auch eine Filter, der dir hilft zu erkennen, mit welchen Werten du konform gehst und welche du ablehnst, das heißt was du überhaupt nicht willst.

Das Wofür ist demnach der Grund, um tätig zu werden. Und davon profitieren alle. Denn auch die Abteilung wird sicherer und stabiler, euer Arbeitsklima wird sich verbessern und ihr werdet kollegialer. Ihr versteht, dass ihr alle im gleichen Boot sitzt und lasst – vorausgesetzt der Findungs-Prozess wurde richtig durchgeführt – Konflikte zur Erfüllung eures Zieles ruhen. Am besten funktioniert so ein gemeinsames Wofür natürlich, wenn man ein einstimmiges Feindbild hat. Wie bei den Sportteams ist es auch im Büro gut, wenn alle gegen einen arbeiten. Das sollte natürlich niemand aus der Abteilung selbst sein, sondern beispielsweise eine andere Abteilung im ähnlichen Tätigkeitsgebiet. Macht einen Wettbewerb aus euren Aufgaben und ihr werdet merken, wie ihr viel effizienter arbeitet.

Gut, du weißt nun, warum es wichtig ist ein gemeinsames Wofür zu erarbeiten. Doch wie stellt man das am besten an?

Wie schon gesagt sind “normale” Meetings im Bürobetrieb eher kontraproduktiv. Außerdem sollte nicht die Führungskraft den Prozess leiten, sondern Teil davon sein. Ihr bzw. du brauchst einen Rahmen, in dem ihr als Abteilung geschützt gemeinsam arbeiten könnt. Vorzugsweise schnappt ihr euch einen Bus und fahrt ein paar Minuten raus aus der Stadt, nehmt euch ein Hotel und mietet einen Konferenzraum (also eine “Teamentwicklung” – selbstverständlich auf Kosten des Arbeitgebers) und dann geht es los. Ihr braucht natürlich auch jemanden, der den Prozess begleitet und euch betreut. Hierfür eignet sich am besten ein Coach oder Trainer (Hallo 🙂). 

Nehmt euch wirklich Zeit in die Tiefe zu gehen. Findet heraus, warum ihr eure Aufgaben erledigen solltet und wie wichtig die Erfüllung dieses gemeinsamen Zieles für jeden einzelnen für euch ist. Wenn ihr in der Buchhaltung seid und euer Ziel ist es perfekte Berichte abzuliefern, dann werdet ihr wohl kaum jemand dafür begeistern. Versucht es stattdessen mit so etwas: “Unser Aufgabe als Buchhaltung besteht darin die Finanzen der Firma X zu kontrollieren. Damit sind wir maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Firma auch weiterhin besteht und die Werte des Unternehmens in die Welt getragen werden.”

Hört sich doch besser an, oder? Das ist natürlich ein sehr pauschaler Vorschlag von mir, im Einzelfall habe ich schon so viele interessante Wofürs gehört – Lasst euch einfach drauf ein! Allein dadurch, dass ihr zusammen Zeit verbringt und einfach mal aus dem Büroalltag raus seid, wird sich euer Alltag verändern. Nutzt die Zeit und entwickelt dieses Wofür, löst Konflikte auf, optimiert eure Workflows und lernt die Werte eures Unternehmens kennen.

Es kann natürlich auch passieren, dass einzelne Mitarbeiter merken, dass dieses Wofür oder die Werte überhaupt nicht zu ihnen passen. Aber eine gute Gemeinschaft sollte in diesem Fall die richtige Lösung finden und dem Kollegen helfen, eine Stelle zu finden, die besser zu ihm passt. Denn nichts hält die Effektivität mehr auf, als ein Mitarbeiter, der ziellos ist.

Deshalb nicht wie los – plant eure Zielfindung und macht den ersten Schritt. Wenn du mich als Coach vorschlagen willst, schreib mir einfach eine Mail. Ich schicke dir ein paar Informationen, mit denen du dann an deine Personalabteilung herantreten kannst. Und bis dahin viel Erfolg!

PS: Natürlich kannst du diesen Prozess auch für dich alleine machen und einfach nur einen Grund für dich finden morgens aufzustehen. Das wird aber niemals dieselbe Wirkung haben, wie die Gemeinschaft zu stärken. Wenn du dennoch an deiner persönlichen Stimmung arbeiten willst, bewirb dich für mein Coaching und wir sehen, wie wir weitermachen.

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