Was wäre, wenn ich einfach kündige? – Ein Gedankenspiel für Angestellte

Der Gedanke an die Kündigung kann verlockend sein. Viele Angestellte stellen sich immer wieder die Frage, ob es nicht der bessere Weg wäre. In diesem Beitrag teile ich euch meine Erfahrungen und zeige euch, was ihr unbedingt bedenken müsst.

Jaja, welcher Angestellter hat sich noch nicht die Frage nach der Kündigung gestellt … Ob es nun der aufgeblasene Chef, nervige Kollegen oder ein unpassender Termin in der Arbeit ist – Irgendwann kommt für jeden der Moment, in dem man einfach nur genervt ist und keine Lust hat an seine Arbeit gebunden zu sein.

Warum kann ich nicht reisen so viel ich will? Warum kann ich nicht einfach Montag im Bett bleiben? Ach ja richtig, ich brauche ja das Geld, um zu überleben

Aber ganz ehrlich: Brauchst du das wirklich? Bevor du über eine Kündigung ernsthaft nachdenkst, solltest du dich fragen was dein Standard ist. Wieviel Geld brauchst du wirklich, um jeden Monat zu überleben? Ich kenne jemanden, der mit 300€ im Monat superglücklich ist. Er lebt in den Tag, arbeitet ab und zu als Freelancer oder ähnliches für ein paar Hundert Euro und genießt ansonsten sein Leben. Ja, das geht!

Frag dich also: Mit viel Geld möchte ich leben? Beziehe alle Kosten ein, die du brauchst oder willst. Nun solltest du eine feste Zahl haben. Wie erhältst du diese Zahl X? Ist sie höher als dein momentanes Gehalt? Dann wird es Zeit für eine Weiterentwicklung! Ist sie niedriger? Dann kannst du einen Gang zurückschalten.

Was die Meisten an Ihrem Angestelltenverhältnis nervt, ist die Abhängigkeit. Sie wollen viel lieber frei und ohne Zwänge leben. Doch sie vergessen, dass Sie genau das jederzeit machen können. Wir leben in Deutschland in einem Land, in dem man nicht stirbt, wenn man keinen Job hat! Unsere Gesellschaft ist so weit und lebt in so einem Luxus, dass wir jeden versorgen können, der Hilfe braucht. Wir müssen es nur erkennen! In jeder Sekunde unseres Lebens haben wir die Chance alles so zu kreieren, wie wir es haben wollen (Hartz 4 und der Tag …). Worauf warten wir also?

Na gut, ganz so einfach will ich es mir nun auch nicht machen. Vielleicht gibt es etwas, das dich davon abhält zu kündigen. Ist es ein Sicherheitsgefühl? Bequemlichkeit? Faulheit etwas Neues zu machen? Frag dich ganz ehrlich, was dich davon abhält. Denn das ist dein Antrieb, er verkörpert deine Werte. Und die solltest du auf keinen Fall vernachlässigen.

Jetzt machen wir allerdings ein Gedankenexperiment. Stell dir vor, du legst deinem Chef heute deine Kündigung auf den Tisch. Was würde passieren? Was ist das Worst Case Szenario? Meistens ist das, was passieren kann gar nicht so schlimm, wenn wir es uns ganz nüchtern überlegen. Und selbst wenn es etwas Schlimmes wäre, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass es tatsächlich so eintritt? 95 % unserer Sorgen sind unberechtigt und werden niemals Realität. Die negative Stimmung entsteht also wie immer in unserem Kopf.

Als ich das erkannte ging es drunter und drüber bei mir. Ich habe bemerkt, dass mir absolut nichts passieren kann, wenn ich ab heute kündige. Also habe ich was getan? Richtig, nicht gekündigt! Ich habe einfach begonnen mein eigenes Ding zu machen. Neben der Arbeit, in meiner Freizeit. Es war anstrengend, aber genau das Richtige für mich. Und mit der Zeit hatte ich mein Business soweit aufgebaut, dass ich mich auch dort sicher fühlen konnte.

In der Management Literatur findet man oft Prinzipien wie “Verbrenne deine Brücken und schau nie zurück” oder “Versenke deine Schiffe und setze die Segel, denn ein Schiff ist nicht dafür gemacht im Hafen zu bleiben”, und sie sind völlig gerechtfertigt. Es stimmt, dass wir viele neue Möglichkeiten entdecken, wenn wir gezwungen sind etwas zu tun, weil wir sie aus einer sicheren Position gar nicht sehen. Allerdings ist das in meinen Augen unnötiger Stress und sorgt oft dafür, dass wir aus Verzweiflung irgendwas machen.

Und deshalb war es für mich der bessere Weg, es erstmal nebenbei aufzubauen. Mit dem zusätzlichen Vorteil, dass ich finanziell keine Probleme hatte (eine Selbstständigkeit kann gerade zu Beginn sehr teuer werden), meine Kontakte in der Arbeit nutzen konnte und auch mal etwas ausprobieren zu können, ohne in Panikattacken auszubrechen. Ich war frei, und genau das war es ja, was ich haben wollte.

Nun aber zurück zu dir. Du weißt jetzt, was dich in deiner momentanen Lage hält und was dir passiert, wenn du diese aufgibst. Überleg dir nun zum Abschluss, was du genau machen würdest, wenn du kündigst. Du hast nun keine Verpflichtungen mehr! Keine Arbeitszeiten, kein Wecker am Morgen und keine Bindung an Ort und Stelle. Wo also geht deine Reise hin?

Vielleicht möchtest du die Welt sehen, einfach mal Zeit für dich haben oder einfach nur etwas Neues ausprobieren? Denn dafür musst du nicht kündigen. Es gibt tausend Möglichkeiten, wie du die (un-)bezahlten Urlaub genehmigen lassen kannst, dir eine Auszeit gönnst oder ein Praktika unterbringen kannst. Wie wäre es, wenn du alles machen könntest, was du willst, ohne zu kündigen?

Überleg dir, was genau du mit mehr Zeit anfangen würdest und gehe mit diesem Anliegen zu deiner Führungskraft und zur Personalabteilung. Ich weiß, das erfordert Mut, aber es lohnt sich für seine Träume zu kämpfen. Und aus meiner Erfahrung weiß ich, dass ein Feuer, das in dir brennt, auch andere entzündet. Solange du immer ehrlich und transparent kommunizierst, was du machst und warum, wird dich kein Mensch der Welt aufhalten. Es mögen Menschen kommen, die dir widersprechen, aber hey, es sind deine Träume! Lass dich nicht davon abbringen, nur weil jemand anderes etwas dagegen hat oder es zu kleinen Schwierigkeiten kommt.

Das Fazit für die Frage nach der Kündigung lautet also: Überleg es dir ganz genau. Sicher gibt es den Weg der Selbstständigkeit und des Lebens in Freiheit. Doch für viele Angestellte ist dieser Weg schlichtweg nicht der Richtige. Finde ganz genau heraus was du machen willst und dann finde deinen Weg. Wenn du dir noch nicht ganz sicher bist oder du Hilfe brauchst, dann bewirb dich am besten jetzt gleich für mein Coaching. Die Frage dieses Beitrag ist ein Kernthema und du bekommst mich als deinen persönlichen Coach direkt an die Seite. Worauf wartest du also? Lebe deine Traum und werde glücklich!

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