Job vs. Bestimmung – Muss dein Beruf dich erfüllen?

Frage

Finde deine Berufung und du bist glücklich … heißt es zumindest in vielen Büchern und Vorträgen. Aber ist das wirklich so? Muss dein Beruf dich glücklich machen? Um diese Frage dreht sich dieser Beitrag.

Jeder Mensch hat etwas, für das er auf diesem Planeten ist. Eine Aufgabe – seine Bestimmung. Ob man nun an so etwas glaubt oder nicht, Fakt ist, dass es für jeden etwas gibt, dass er besonders gut kann und dass ihm Spaß macht (Ja, auch für dich!).

Ich denke der “perfekte” Beruf sollte immer verbinden, was man kann und was man will. Durch diese zwei Komponenten wird man definitiv eine Tätigkeit finden, die einen erfüllt und Spaß macht. Das Problem ist nur, dass viel zu Viele in einem Job festhängen, der eben genau das nicht ist. Doch ist das schlimm? 

Nun zu allererst sollten wir klären, was überhaupt der Unterschied zwischen einem Job und einer richtigen Aufgabe ist. Ich denke eine Job ist etwas, das man tut, um Geld zu verdienen. Menschen, die ihr Leben lang zur Arbeit gehen, nur um ihre Miete zu zahlen, interessieren sich oft relativ wenig für das, was sie tun.

Im Gegensatz dazu gibt es eben auch Menschen, denen nicht nur wichtig ist, was sie tun, sondern auch warum sie es tun. Sie suchen ihre Bestimmung. Gerade seit den letzten Monaten boomt der Markt der Selbstfindung und der Suche nach dem Warum. Ich selbst bin auch begeistert von dieser Bewegung, allerdings sehe ich einen kleinen Störfaktor. Und der nennt sich Gehirn.

Sicher kennst du das: Du tust etwas oder vielmehr willst etwas tun, von dem du weißt, dass es gut für dich ist und dass es dir Spaß macht. Und dennoch liegst du lieber träge in deinem Bett und tust nichts. Ich selbst kenne das mit dem Thema Sport. Obwohl ich es liebe Sport zu machen kann ich mich tatsächlich manchmal einfach nicht dazu aufraffen. Warum ist das so? 

Dafür muss man verstehen, dass jede Handlung ein Motiv braucht. Denn wir Menschen werden niemals handeln, wenn wir keinen Sinn darin sehen. Mehr dazu erfährst in diesem Beitrag. Das heißt im Grunde musst du nur wissen, warum du einen Beruf ausüben willst und kannst dich dann zu jeder Tageszeit dafür motivieren – Richtig?

Ich denke so einfach ist das nicht. Denn es ist völlig menschlich vor jeder noch so kleinen Entscheidung abzuwägen, ob es sich lohnt und dann in der jeweiligen Situation Prioritäten zu setzen, nach denen wir dann handeln. Auch wenn uns das nicht immer so bewusst ist, so entscheiden wir, ob wir etwas tun oder eben nicht. Aber wie nehme ich nun Einfluss auf diese Prioritäten?

Hier teilen sich die Meinungen in der Gehirnforschung. Meine Meinung? Gar nicht. Das Gehirn und die abermillionen Vorgänge, die jede Sekunde darin vorgehen, sind so komplex, dass wir oftmals nur sehr schwer Einfluss darauf nehmen können. Alle vorhandenen Denkvorgänge gleichzeitig zu steuern wäre in etwa so, als würden wir versuchen hunderte von verschiedenen Telefonaten gleichzeitig zu führen. Und deshalb schützt uns unser Gehirn davor, indem es manche Prozesse automatisiert und sozusagen auf Autopilot schaltet. Ja genau, unser Gehirn schützt uns vor uns selbst.

Und was hat das jetzt mit dir und deiner Bestimmung zu tun? Eine ganze Menge! Denn das Gleiche gilt auch für deinen Beruf. Du kannst deinen Traumberuf haben, jeden Tag vor Freude aus dem Bett springen und erfüllt und glücklich leben. Trotzdem ist es leider nicht auszuschließen, dass es Tage, Wochen oder sogar Monate geben wird, an denen du schlichtweg keine Lust hast zu arbeiten. Mies, oder? Da begibt man sich so lange auf die Reise zu sich selbst und dann bringt es am Ende doch nichts …

Nana, nicht aufgeben. Natürlich ist es im Grunde nicht so wichtig, was wir tun. Was aber wichtig ist, ist unsere Haltung dazu. Wir brauchen einen Grund, warum wir arbeiten. Ob es nun der Lebensunterhalt oder eine höhere Aufgabe ist, ist wiederum nicht relevant, solange wir selbst den Sinn hinter unserer Tätigkeit sehen. Gefühle und Meinungen entstehen in unserem Kopf, und genau dort sollten wir ansetzen, wenn wir einen erfüllenden Beruf suchen.

Aber wer gewinnt denn nun den Kampf zwischen Job und Bestimmung?

Die Antwort: Keiner von beiden. Es gibt Menschen, die ihr Leben lang einer Aufgabe nachgehen, die sie unglücklich macht, und dennoch zufrieden damit sind. Sie sehen Arbeit als ein Mittel zum Zweck und reden sich ein, dass ein Job keinen Spaß machen muss. Damit haben sie ja auch vollkommen Recht, doch es macht die Sache wesentlich einfacher.

Denn unglücklich im Beruf zu sein ist eine der häufigsten Ursachen für psychische Erkrankungen und wirkt sich bei Vielen sogar auf die körperliche Gesundheit aus! Selbstverständlich gehen wir in erster Linie einem Beruf nach, um Geld zu verdienen und zu leben. Doch wie kommt es dann, dass jeder Berufsstand ähnliche Berufstätige beherbergt? Warum zum Beispiel werden Steuerfachkräfte oft als Pfennigfuchser und Rechtsanwälte oft als Korinthenka**** bezeichnet? Ganz einfach, weil die Menschen es einfach haben wollen.

Und um einen Beruf zu finden, der einem leicht fällt, muss man sich auf die Suche danach machen, was einem Spaß macht und was man gut kann. Mist, jetzt sind wir wieder am Anfang …

Warum solltest du es dir schwerer machen, als es ist? Es steht wohl zweifelsfrei fest, dass man erfolgreicher, nachhaltiger und glücklicher arbeitet, wenn man seiner Bestimmung folgt. Und genau das ist es, wonach die meisten suchen. Einem Beruf, der ihnen das Geld verdienen leicht macht.

Und das wiederum ist einfach als wir denken. Es ist nämlich nicht der eine Beruf, der irgendwo im Dickicht versteckt liegt. Studien haben gezeigt, dass es für Jeden mindestens acht Berufe gibt, in denen er glücklicher werden kann. Das kommt daher, weil die Fähigkeiten und Interessen eines jeden Menschen mehr als nur eine bestimmte Sache umfassen. Es gibt also viele Schnittmengen zwischen dem Können und dem Wollen, die wir suchen können. Und unterm Strich ist es dann doch Kopfsache.

Denn wenn du in einem Beruf angekommen bist, der genau deinen Vorstellungen entspricht, blendest du die negativen Aspekte einfach aus. Das ist wie in einer Partnerschaft: Solange du selbst davon überzeugt bist, dass du angekommen bist, bist du es auch. Alles andere passiert nur in deinem Kopf.

Also: Begib dich nicht auf die Suche nach deiner Berufung, frag dich vielmehr was für einen Beruf du dir für dich wünscht. Du brauchst ein klares Bild davon, wie dein Traumberuf aussieht und los geht die wilde Reise. Lass dir gesagt sein, dass es nur Wenige geschafft haben über Nacht den einen Beruf zu finden. Aber ich sage dir auch, dass die Zeit, die du in deine Suche investierst, sich emotional und meistens auch finanziell um ein Vielfaches auszahlt. Was hältst du von der Debatte um Job und Bestimmung? Arbeitest du um zu leben oder lebst du um zu arbeiten? Schreib mir deine Meinung in die Kommentare. Und falls du Unterstützung bei der Suche brauchst, bewirb dich gerne für mein Coaching und ich helfe dir den Beruf zu finden, der dich langfristig glücklich macht.

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