Teile, Rollen und das Disney Modell – So nutzt du deinen inneren Dialog

Disney

Walt Disney ist ein Vorbild für jeden, der sich auf den Weg in die Selbstständigkeit begibt. In diesem Beitrag erhältst du eine Technik, die er verwendet hat, um seine Gedanken zu sortieren und neue Idee zu verfeinern.

Genau wie wir Gefühlszustände haben, die uns zeitweise steuern, haben wir auch Rollen und Teile in unserem Leben, die sich auf unseren Gemütszustand auswirken. Doch keine Angst, du bist nicht schizophren, das ist völlig normal. Vielleicht hast du schon einmal angefangen, dir deine Zukunft auszumalen, warst überglücklich, doch plötzlich kam da eine andere Stimme, die versucht hat, dir das auszureden.

Diese inneren Stimmen im Kopf sind meistens Teile oder Rollen. Aber was steckt da überhaupt dahinter?

Okay, kurz gesagt sind Teile verschiedene innere Stimmen und Antriebe, die einen gewissen Charakterzug von dir widerspiegeln. Das heißt also, wenn dich oft gehetzt fühlst (Achtung: Du bist nicht ein gehetzter Mensch, sondern du verhältst dich so), dann hast du wahrscheinlich einen Teil, den du als “Ich muss weitermachen” oder etwas derartiges bezeichnen kannst. 

Diese Teile stehen oft miteinander in Konflikt. Wenn wir zum Beispiel eine Aufgabe erledigen müssen, dann gibt es den pflichtbewussten Teil in dir, der möchte, dass du sofort beginnst. Ein anderer, eher auf Spaß bezogener Teil wird eher dagegen rebellieren. Und so kommt es, dass du dich ab und an hin und her gerissen fühlst.

Wichtig zu verstehen, ist, dass es keine “schlechten” oder “bösen” Teile gibt. Jeder von ihnen will etwas bestimmtes, positives erreichen. Sei es, dass du von Anderen akzeptiert wirst, dass du nicht negativ auffällst oder, oder, oder.

Neben diesen Teilen in uns gibt es auch noch Rollen, die wir tagtäglich einnehmen. Der Alltag hat verschiedene Anforderungen an uns und es gibt Situationen, in denen wir bestimmte Charaktereigenschaften besonders brauchen. Als liebevolle Mutter wirst du dich anders verhalten als die Führungskraft in deinem Unternehmen. Du hast sozusagen zwei Rollen. Auch hier kann es selbstverständlich zu Konflikten kommen. In gerade genannten Beispiel wird es zu einem Konflikt kommen, wenn du in der Rolle als Führungskraft länger bleiben musst, aber zuhause deine Kinder warten. 

Du merkst also: Das Ganze ist kompliziert. Rollen und Teile können sich gegenseitig in die Haare kriegen und es ist an dir, den Streit zu schlichten. Hierfür ist es (wie immer) absolut notwendig, dass du diese inneren Konflikte überhaupt erst bemerkst. Immer wenn du mitbekommst, dass da in dir etwas im Gange ist, kannst du entgegen steuern. Wie du das anstellst?

Am Besten fragst du die einzelnen Beteiligten! Das klingt vielleicht komisch, aber du kannst mit deinen inneren Teilen verhandeln, am Besten lässt du das aber einen Coach machen, der dich durch den Prozess führt. 

Nehmen wir also an, dass du dich schlecht fühlst, wenn du dich jemandem öffnest. Dann sprichst du den Teil, der dafür sorgt direkt an und verhandelst mit ihm, bis ihr eine Lösung gefunden habt, bei der sowohl der Teil als auch du als Individuum ihr Ziel erreichen. Wenn hier also eine “Ich muss vorsichtig sein”-Teil aktiv ist, könntest du vereinbaren, dass du erst Vertrauen aufbaust und dich dann jemandem öffnest. 

Die Angelegenheit ist komplizierter, als es sich auf den ersten Blick anhört. Deshalb empfehle ich dir, wenn du gerade merkst, dass du einen inneren Konflikt auflösen willst, zu einem Coach zu gehen, der dich unterstützt. Kleine Hilfe bei der Suche: Ich kenn da einen 😉

Aber Moment, im Titel steht irgendwas von Disney. Was hat der den damit zu tun? Walt Disney hat genau diese Erkenntnisse genutzt, um neue Ideen zu konzeptionieren. er suchte sich zuerst Situationen aus dem Alltag, in denen er als “Der Kritiker”, “Der Stratege” und “Der Optimist” agierte und ließ diese dann untereinander diskutieren. Wie läuft das Ganze im Detail ab?

Nun, am Anfang wird die Idee kurz vorgestellt. Geht es um ein Geschäftsmodell, eine Urlaubsplanung oder ein längerfristiges Ziel? Und was ist ausschlaggebend dabei? Wenn klar ist, worum es geht, ist zuerst “Der Optimist” (O) an der Reihe. Er ist ein Träumer und hat nur im Sinn, wie etwas am Ende aussehen kann. Er denkt nicht darüber nach, ob bestimmte Dinge nicht funktionieren könnten, sondern hat einzig und allein das Zielbild im Kopf. Wenn du dich also in die Rolle deines inneren Optimisten begibst, solltest du alle Zweifel ausstellen und dich nur darauf konzentrieren, wie dein Traum aussehen soll. Nehmen wir an es geht um eine berufliche Umorientierung. Dann kannst du dir auf der O-Position alles ganz genau ausmalen. Welche Tätigkeit machst du? Wo und wann arbeitest du? Wer sind deine Kollegen? Und so weiter -Fang einfach an zu träumen.

Wenn du ein glasklares Bild vor Augen hast, geht es zum “Strategen” (S). Dieser ist rein objektiv und überlegt, wie man den Traum aus der ersten Position wahr machen kann. Er bezieht sich dabei nicht auf die Person, sondern überlegt sich wie “man” dieses Ziel erreichen könnte und setzt dann die nötigen Zwischenschritte. In diesem Fall würde er also sagen: “Okay. Um sich beruflich umzuorientieren, muss man wissen, wo man hin will (Schritt 1). Danach macht man sich auf die Suche nach geeigneten Stellen (Schritt 2) und bewirbt sich (Schritt 3). …” Hier ist es wichtig absolut neutral zu sein und nicht dazwischen zu denken, dass man es nicht schafft. Es geht nur darum, wie jemand es schaffen kann X zu erreichen. 

Der Kritiker” (K) ist jemand, der Hürden und Probleme sieht. Er macht genau das, was die anderen Beiden vernachlässigen, nämlich schwarz malen. Auf dieser Position hast du die Chance eine konstruktive Kritik abzugeben. Konstruktiv ist wichtig, weil es ja um die Umsetzung einer Idee geht und dabei alle an einem Strang ziehen sollten. K schaut sich die Zwischenschritte von S an und sagt dann zum Beispiel: “Das ist ja schön und gut. Aber habt ihr vergessen, dass wir vertraglich noch 2 Jahre verpflichtet sind?” Erbringt sozusagen Einwände in Spiel, die sich unter Anderem auf die individuelle Person beziehen. Wie es jetzt weitergeht?

Das Spiel beginnt von vorne. Der Einwand von K geht zu O, welcher überlegt, wie einfach es ist diesen Einwand zu umgehen. S nimmt die Vision von O und legt Handlungsschritte fest. K bringt einen neuen Einwand, und so weiter. Der Prozess geht solange, bis alle drei Parteien eine Lösung gefunden haben. Auf diese Weise bekommst du extrem viel Klarheit und weißt, wie und ob du dein Ziel erreichen kannst. Manche meiner Klienten merken über diese Technik, dass das Ziel doch nichts für sie ist, weil K zu viele Einwände bringt – Auch gut, dann hast du zumindest die Klarheit und kannst deine Gedanken in eine andere Richtung lenken.

Ich liebe diese Technik und verwende sie privat auch sehr viel. Das schwierige ist wie gesagt nur, dass man alleine nicht weit kommt. Wenn du eine Idee oder ein Ziel bearbeiten willst, dann komm in mein Coaching. Ich arbeite mit dir, bis du die nötige Klarheit erlangt hast.

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