Submodalitäten – Die Schubladen Deines Lebens

Kannst Du Dich an eine Situation erinnern, in der Du dachtest, dass etwas falsch oder richtig ist? Gut oder böse? Wichtig oder Unwichtig? Diese Bewertung ist komplett subjektiv! Warum das so ist und wie du diese Bewertung zu Deinen Gunsten nutzen kannst erfährst Du in diesem Beitrag.

Schubladen

​Quelle: pixabay.de

“Das Leben ist hart.” Oder etwa nicht?

Wir Menschen bewerten Situationen – den ganzen Tag und unser ganzes Leben hindurch. Dabei laufen wir sehr oft in Gefahr diese von uns gewählte Bewertung auf die Welt zu übertragen und als die einzige Wahrheit zu nehmen.

Dabei ist die Einschätzung einer Situation aber immer unter anderem von den Umständen, unserer Vergangenheit, dem Kontext und unserem Charakter abhängig. Wir schaffen uns Schubladen, in die wir Menschen, Situationen und Meinungen stecken, wenn sie uns begegnen.

Und das ist gut so! Wenn wir keine Automatismen für unsere Denk- und Verhaltensgewohnheiten entwickeln dann würden wir unser Gehirn gnadenlos überfordern und wären nicht mehr imstande irgendetwas zu tun. Deshalb legen wir automatische Prozesse für wiederkehrende Tätigkeiten an, die nicht unserer voller Aufmerksamkeit bedürfen. Oder musst du noch nachdenken, wenn Du Deine Schuhe bindest, Dein Handy entsperrst oder  Zähne putzt? Unsere automatischen Denk- und Verhaltensprozesse erleichtern uns den Tag ungemein und sichern vermutlich unser aller Überleben.

Zum Problem wird es allerdings, wenn wir vor allem die automatischen Denkmuster nicht mehr hinterfragen. Wenn wir die Schubladen, die wir uns geschafft haben, als die einzig richtigen annehmen und anhand dieser Einstellung durch das Leben gehen. Denn was dann passiert ist das, was wir bei Anderen gerne als “engstirnig” und dergleichen bezeichnen. Wir beginnen Situationen und Umstände so hinzunehmen, wie wir sie bewerten.

Das Leben ist hart”, weil es eben schon immer so war. “X oder Y macht man einfach nicht”, weil es so ist. Doch wer bestimmt denn diese Aussagen? Es gibt kein Gesetz, das uns vorschreibt, wie wir etwas bewerten. Das wiederum bedeutet, dass wir komplett selbst verantwortlich sind, wie wir die Welt sehen wollen.

Was ist gut oder schlecht? Was bedeutet hart oder einfach für Dich? Wer bestimmt, was angebracht ist und was nicht? Richtig: Du alleine. Denn Du bewertest Deine Umgebung anhand der Informationen, die Du durch die Erziehung und alle Erfahrungen in der Vergangenheit gemacht hast. Diese Bewertungsmaßstäbe nennt man im NLP übrigens Submodalitäten und deren Reichweite schließt sogar kalt und warm, hell und dunkel sowie laut und leise ein. Jemand, der neben einer Autobahn aufwächst und den in der Wissenschaft als “weißes Rauschen” bekannten Lärmpegel für normal hält, hat womöglich eine andere Definition von laut, als ein Kind, das auf dem Land aufwächst. Oder wie oft hast Du Dich schon gefragt, wie es die Kerle aushalten, die bei den ersten Plusgraden mit kurzer Hose herumlaufen.

Jede Bewertung einer Situation ist subjektiv. Du glaubst mir noch nicht? Dann hier noch ein Beispiel:

Du sitzt im Zug auf dem Weg nach Hause. Draußen regnet es, auf dem Weg zum Zug bist Du nass geworden. Es war ein intensiver und langer Arbeitstag und Du bist genervt von der Zugfahrt, weil Du ewig gebraucht hast, um einen Platz zu finden.

Dir gegenüber sitzt ein Mann, der offensichtlich zwei Kinder im Schlepptau hat. Er sitzt am Fenster und starrt in die Luft. Seine zwei Söhne musst Du nicht lange suchen. Die beiden tollen über die Sitze, schreien herum und stoßen dabei oft gegen Dich. Auf Deine zunächst freundlichen Bitten, die Kinder doch etwas zu beruhigen reagiert der Mann nicht. Die Kinder werden immer lauter und Du kannst Dich nicht mehr entspannen.

Schließlich reicht es Dir. Du fragst den Mann, ob er denn seine Kinder nicht unter Kontrolle hat oder was im einfällt nichts gegen diese Unruhe zu unternehmen – Stille.

Als Du fast schon ausrastet regt sich der Mann. Er seufzt und sagt zu Dir: “Entschuldigen Sie bitte. Wir sind gerade auf dem Heimweg. Die Mutter der beiden ist vor 20 Minuten gestorben und das ist wohl unsere Art diesen Schock zu verarbeiten.”

Ich hoffe ich konnte Dich ermuntern in Zukunft etwas mehr darüber nachzudenken, wie Du Deine Umwelt bewertest. Arbeite daran alle Schlussfolgerungen, die Dir im Alltag begegnen, zu hinterfragen und so umzuwandeln, dass sie für Dich passen. So schaffst Du es, Deinen Alltag wesentlich positiver zu gestalten und entspannter zu werden. Oft ist die tatsächliche Situation extrem unterschiedlich zu dem, was aus unserer Sicht der Dinge passiert.

Wenn Du noch mehr über unsere Denkgewohnheiten erfahren willst, dann schau Dir doch mal mein Buch an.

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